Gegen Kälte im Winter
Reiten im Winter: 6 Tipps für die kalte Jahreszeit
Kalte Finger, nasse Wiesen, früh dunkel: Im Winter brauchen Reiter und Pferde etwas mehr Vorbereitung. Mit der passenden Decke, warmer Kleidung im Zwiebellook, guter Sichtbarkeit und einem ruhigen Aufwärmprogramm kommt ihr gut durch die kalte Jahreszeit. Hier sind unsere sechs Tipps.
1. Die passende Decke für dein Pferd
Ob dein Pferd eine Decke braucht, hängt davon ab, ob es geschoren ist, wie dicht sein Winterfell ist und ob es im Offenstall, auf der Weide oder in der Box steht. Für Weide und Paddock gibt es wasserdichte, atmungsaktive Outdoordecken, für die Box Stalldecken. Das Füllgewicht in Gramm zeigt, wie warm eine Decke ist: von 0 g als reinem Regenschutz bis zu 300 g für richtig kalte Tage. Mit Unterdecken kannst du nachlegen, ohne gleich eine zweite Outdoordecke zu kaufen. Die Unterschiede zwischen den Bucas-Serien erklären wir im Ratgeber Bucas Pferdedecken. Wichtig: Die Decke soll schützen, aber nicht überhitzen. Fühl anfangs mit der Hand unter der Decke an Schulter und Brust nach, ob dein Pferd schwitzt.
ELT Comfort Heat
Wer viel Zeit im Stall verbringt, kann zu beheizbarer Kleidung greifen. Die ELT-Comfort-Heat-Serie umfasst unter anderem Heizweste, Heizparka, Heizreithose, Heizgürtel und Heizhandschuhe. Sie wird über eine Powerbank betrieben; bei den Heizhandschuhen stellst du die Temperatur in drei Stufen von 45 bis 55 °C ein. Ob die Powerbank dabei ist, steht am Artikel.
Winterjacken für Reiter
Winterreitjacken sollten wind- und wasserdicht sein und gleichzeitig atmungsaktiv, damit du auch bei Bewegung nicht schwitzt. Achte auf eine Kapuze und Fleece- oder Daunenfüllung, die dich warm hält. Reflektierende Elemente sorgen zudem für Sicherheit, wenn du im Dunkeln reitest.
Winterreithosen und Reitleggings für kalte Tage
Für niedrige Temperaturen sind Winterreithosen oder gefütterte Reitleggings die beste Wahl. Softshell- oder Fleecefütterungen halten die Beine warm, während das atmungsaktive Material Feuchtigkeit nach außen leitet. Ein Vollbesatz sorgt zudem für optimalen Halt im Sattel.
Mützen, Stirnbänder und Schals
Der Kopf verliert am schnellsten Wärme, daher sind Mützen, Stirnbänder und Schals im Stall unverzichtbar. Stirnbänder halten die Ohren warm, während sie unter den Helm passen. Mützen aus Wolle oder Fleece sorgen für ein kuschelig warmes Gefühl.
Warme Hände mit Reithandschuhen
Damit du auch im Winter ein gutes Zügelgefühl behältst, sind spezielle Winterreithandschuhe wichtig. Diese Handschuhe sind gefüttert, ohne die Beweglichkeit der Finger einzuschränken, und bieten eine rutschfeste Oberfläche für optimalen Grip.
Warme Füße – Gefütterte Reitstiefel und Socken
Gefütterte Reitstiefel oder Winterstiefeletten mit Thermofunktion schützen vor Kälte und bieten sicheren Halt im Steigbügel. Kombiniert mit Thermosocken oder Kniestrümpfen bleiben deine Füße warm und trocken.
3. Sichtbar bleiben in der dunklen Jahreszeit
Ab der Zeitumstellung Ende Oktober wird es nachmittags früh dunkel, und viele Ausritte fallen in die Dämmerung. Reflektierende Ausrüstung macht dich und dein Pferd für Autofahrer früher sichtbar. Unter Reflexartikel und Sichtbarkeit findest du zum Beispiel Reflex-Ausreitdecken, eine Nierendecke mit Leuchtstreifen, Reflex-Gamaschen, -Hufglocken und -Bandagen, ein Reflex-Halfter sowie eine Reflexweste. Mehr Tipps fürs Gelände gibt es im Ratgeber Sicher ausreiten.
4. Aufwärmen vor dem Reiten
Kalte Muskeln brauchen länger, bis sie belastbar sind, bei dir und bei deinem Pferd. Kreise vor dem Aufsteigen Schultern und Arme, dehn Beine und Rücken oder lauf ein paar Minuten zügig. Dein Pferd startet mit einer längeren Schrittphase als im Sommer. Prüf vor dem Reiten den Boden: Gefrorene, holprige Wege und harte Reitplätze sind keine Unterlage für Galopp und enge Wendungen. An solchen Tagen sind ruhige Schrittausritte, Arbeit in der Halle oder Bodenarbeit die bessere Wahl. Auf dem Weg zum Reitplatz oder in der Halle hält eine Nierendecke die Rückenmuskulatur warm. Vor dem Reiten kannst du dein Pferd auch ein paar Minuten an der Hand arbeiten oder an der Longe lösen.
6. Fütterung und Beschäftigung im Winter
Weniger Weidegras bedeutet: Heu wird zur Hauptmahlzeit. Achte auf ausreichend gutes Heu und darauf, dass das Wasser nicht einfriert. Ob dein Pferd zusätzlich Ergänzungsfutter braucht, klärst du am besten mit deinem Tierarzt oder einer Futterberatung. Steht dein Pferd mehr in der Box, sorgen Heunetze und Slowfeeder und Pferdespielzeug für Abwechslung.
Häufige Fragen zum Reiten im Winter
Ja, mit etwas Vorbereitung: Pferd und Reiter länger aufwärmen, auf rutschigen oder gefrorenen Boden achten und das Pferd nach der Arbeit trocken in den Stall bringen.
Das hängt davon ab, ob es geschoren ist, wie dicht sein Winterfell ist und wie es gehalten wird. Geschorene Pferde brauchen meist eine Decke, ungeschorene mit dichtem Fell oft nur bei Nässe und Wind. Die Füllung wählst du nach Temperatur und Haltung.
Am besten den Zwiebellook: Funktionsshirt, Pullover oder Weste und darüber eine Winterjacke, dazu eine Winter- oder Thermoreithose, warme Socken, Handschuhe und unter dem Helm ein dünnes Stirnband.
Mit reflektierender Ausrüstung für dich und dein Pferd, zum Beispiel einer Reflexweste, einer Reflex-Ausreitdecke oder Reflex-Gamaschen. Je mehr reflektierende Flächen in Bewegung sind, desto früher wirst du gesehen.
Gefütterte Reithandschuhe, warme Reitsocken und Schuhe mit genug Platz für dicke Socken. Für lange Stalltage gibt es beheizbare Handschuhe, deren Temperatur sich in Stufen einstellen lässt.
Plane deutlich mehr Schritt ein als im Sommer und steigere das Tempo erst, wenn dein Pferd locker und warm ist. Eine Nierendecke hält dabei den Rücken warm.